Sunday, November 27, 2011

Kapitel 3 :)

Tagsüber passiert nichts Besonderes. Ich packe meine Sachen fertig, rede kein Wort mit meiner Mama und hänge am Laptop.
Ich bin immer noch frustriert. Aber so langsam finde ich mich mit meiner Situation ab. Was will ich denn auch machen? Bei Papa bleiben kann ich nicht, ich hab schon mit ihm geredet. 1. Er kann sich das Haus alleine nicht leisten & 2. Er will es nicht. Er hat es mir genau so gesagt. Und zwar in der Reihenfolge. Ich weiß echt nicht, was ich für Assi-Eltern habe. Bei denen schockt mich glaub nichts mehr :x
Auf jeden Fall schau ich mir gerade im Internet meine neue Schule an und ich bin ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Ich dachte, Berlin wäre etwas Besonders, aber in Wirklichkeit sieht es genauso aus wie hier.
Morgen gehts los :/ Ich hab ein flaues Gefühl im Magen.. Ich will nicht, dass es passiert, aber irgendwie doch, denn die Stunden ziehen sich wie Kaugummi und ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich wähle die Nummer meiner besten Freundin Kayla. Es tutes einmal, zweimal, dreimal, Dann, endlich, höre ich ihre Stimme: " Ja?"
Ich weiß zuerst nicht, was ich sagen soll, doch dann sprudelt alles aus mir heraus. Doch mitten im Satz unterbricht mich Kayla auf einmal. "Ääh, Marie, ich kann grad nicht, mein Freund ist da, du weißt schon. Ich ruf dich später an. Ciao."
Völlig entgeistert höre ich zu, wie es in der Leitung still wird und irgendwann das regelmäßige Tuten einsetzt, das mir beweist, dass Kayla aufgelegt hat. Sie hat mich mitten im Satz unterbrochen und aufgelegt. AUFGELEGT! Ich habe das Gefühl, dass mich irgendwie alle verarschen wollen. Erst meine Eltern, jetzt Kayla, Ich glaube, der liebe Gott hat ein bisschen zuviel getrunken..
Ich muss mir eine Träne verdrücken. Nein, wegen so einer Bitch fängst du sicher nicht das Heulen an, sage ich mir streng.
Ich reiße mich zusammen und lese weiter die völlig übertrieben Schilderung der ach so wundervollen Lehrkräfte der Einstein-Realschule in  Berlin.

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