Tuesday, November 29, 2011

Kapitel 6 :)

"Ist das etwa deine Art, dich bei jemandem zu bedanken? Ihn so lange mustern, bis er freiwillig wieder geht?", sagt er und grinst mich an. Ich muss lachen und erwidere: "Nein, aber ich konnte es bisher auch noch nicht üben, weil ich normalerweise bezahle, wenn ich in einem Café etwas trinke."
Seine Augen blitzen auf. "Dann ist es wohl Schicksal, dass du dich gerade heute dazu entscheidest, es nicht zu tun, oder?"
Ich lächle ihn an und nicke.
Er fragt: "Und was krieg ich als der Held der Situation für eine Belohnung?"
"Auf einen Kaffee kann ich dich schlecht einladen, nicht wahr?", antworte ich.
Er schmunzelt. "Dein Name reicht aufs Erste ;D." Ich werde rot und nuschele verlegen: "Marie.." 
"Marie.." Als ich meinen Namen aus seinem Mund höre, halte ich ihn für den Schönsten der Welt. "Hast du ein bisschen Zeit?", fragt er mich, während er mir in die Augen schaut. Ich kann nur nicht sprechen, also nicke ich nur, und so führt er mich in den Park. Während wir nebeneinander langsam auf dem Kiesweg laufen, erzähle ich ihm von mir. Ich erzähle ihm, warum ich hier in Berlin bin und dass ich noch niemanden kenne, wie mein früheres Leben war und einiges mehr. Die meiste Zeit schweigt er und hört nur zu, aber ab und zu kann ich ihm sogar auch eine kleine Information über ihn herauslocken. So erfahre ich zum Beispiel, dass er Raphael heiß, aus Berlin-Mitte kommt und in Charlottenburg auf einem Skateplatz war. Und so reden und reden und reden wir, bis es auf einmal anfängt zu regnen. "Pass auf, das habe ich früher immer gemacht, wenn es geregnet hat.", erklärt er mir, bleibt stehen, legt seinen Kopf in den Nacken, öffnet den Mund weit und lässt den Reden hineinprasseln. Ich muss lachen, er lässt sich von mir anstecken und lacht laut mit. er nimmt meine Hand und zieht mich weiter. Und so rennen wir gemeinsam, lachend, Hand in Hand unter den nächsten Baum.

No comments:

Post a Comment