"Das ist doch eine gute Idee! Mein Onkel ist Anwalt in einer großen Kanzlei ganz in der Nähe. Er ist zwar nicht direkt auf Fälle von häuslicher Gewalt spezialisiert, aber ich denke, er müsste das schon hinkriegen."
Ich frage ihn, wann wir ihn besuchen könnten und er meint: "Jetzt gleich, wenn du willst. Bei sowas sollte man nicht zu lange warten.."
Ich stehe auf und schnappe mir meine Jacke. "Worauf warten wir noch?"
Robyn ist die Erste, die auf mich zustürzt und schreit: "Machen wir dem Dreckskerl Feuer unterm Hintern!"
Anna fängt an zu lachen und fragt: "Warum nicht?" Sie erhebt sich und kommt zu uns herüber.
Ich schaue Raphi an und frage: "Kommst du mit?"
Er nimmt meine Hand, gibt mir einen kleinen Kuss auf die Nase und wispert: "Für dich würde ich überall hin mitkommen."
Robyn, die schon am Ausgang steht, schreit: "He, hört auf rumzuturteln! Wir haben wichtigeres zu tun!"
...
"Da um die Ecke ist die Kanzlei schon.", sagt Raphael, nachdem wir ungefähr zehn Minuten lang durch Berlins Straßen gelaufen sind. Hier müssen wir rüber", weist er uns an und zeigt auf einen Fußgängerüberweg.
Wir laufen los, da die Ampel grün ist, doch als wir schon fast drüben sind, merke ich, dass Raphael nicht dabei ist. Ich schaue zurück und sehe, wie er gerade seinen Schuh zubindet. Ich rufe: "Raphi, komm!"
Er schaut zu mir, sieht, dass die Ampel gerade orange ist und läuft los. Doch genau in diesem Moment, genau als er mitten auf dem Zebrastreifen ist, schießt ein Auto um die Ecke.

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