Monday, January 16, 2012

Kapitel 42 :)

Ich hätte ihr am liebsten eine runtergehauen. Wie kann sie mich so angrinsen, wenn gestern mein Freund gestorben ist?
Aber ich reiße mich zusammen. Sie ist immerhin meine beste Freundin und ich brauche sie. Vor allem heute.
Ich bin so müde. Mein Kopf fällt wie von alleine zurück auf das riesige weiche Kissen. Doch Robyn zieht mich wieder hoch. "Nenee du, das lass mal schön bleiben. Die Gerichtsverhandlung fängt in einer Stunde an und wir müssen dich noch herrichten."
Ich schnelle hoch. "Was? In einer Stunde schon?"
Und natürlich, wie sollte es anders sein, schießt mir trotz dem ganzen Stress mit Torben, Raphael und so weiter, nur eine Frage durch den Kopf.
"Was soll ich nur anziehen?!"
Meine Freundin lacht und sagt: "War mir klar, dass das noch kommt. Ich hab dir was mitgebracht."
Sie holt eine große MANGO-Tüte hinter sich hervor.
"Hab ich von meiner Schwester gemopst."
Ich luge hinein und sehe etwas weißes. Als ich es herausgezogen habe, falte ich es auseinander und sehe, dass es eine wunderschöne weiße Bluse ist. Ich runzele die Stirn. Klar, sie ist echt hübsch, aber ich bezweifle, dass sie zu mir passt..
Da merke ich, dass in der Tüte noch etwas anderes ist. Ich hole es heraus. Ein schwarzer Bleistiftrock. Ich schaue sie skeptisch an. "Rob.. Das ist wirklich lieb von dir, aber.."
"Nichts aber, Schätzchen. Du wirst umwerfend aussehen, glaub mir. Und du musst seriös wirken, wenn du den Richter und Torben und alle überzeugen willst. Das kannst du in deiner Moonwashed-Jeans und deinen ausgelatschten Chucks ganz bestimmt nicht."
Ich seufze. "Wenn du meinst.."
Eine dreiviertel Stunde später stehe ich vor dem Spiegel und erkenne mich selbst nicht wieder. Ich sehe mindestens zehn Jahre älter aus, aber trotzdem nicht schlecht. Ich betrachte mich lächelnd im Spiegel. Robyn hat mir die Haare zu einem Dutt hochgesteckt und mich dezent geschminkt. Im Spiegel sehe ich sehr selbstbewusst aus. Wie eine echte Business-Lady. Ich atme tief durch. Ich schaffe das. Ich werde meine Mutter und meine kleine Schwester da raus holen. Ich-
Die Tür öffnet sich und Robyn stürmt zu der Person, die gerade den Raum betritt.

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