Ich blättere gerade auf Seite 46 um, als sich mein Bauch meldet. Ich habe gar nicht bemerkt, wie hungrig ich bin. Außer dem Kaffee heute morgen habe ich noch nichts zu mir genommen. Ich seufze, stehe auf und werfe noch einen letzten Blick auf den Jungen, der in weiße Krankenhauslaken gehüllt auf dem schmalen Bett liegt. Der gleiche Junge, dessen dunkelbraune Augen noch vor 2 Monaten so voller Wärme und Leben waren. Doch seit diesem schrecklichen Tag - meinem Geburtstag - hat sein Gesicht von Tag zu Tag mehr an Glanz verloren. Seine Haut ist fahl und seine Wangen sind eingefallen. Es tut mir weh, ihn so zu sehen, aber ich kann es nicht ändern.
Während ich den Gang zum Snackautomaten entlanggehe, grüßen mich mehrere Ärzte. Sie kennen mich alle schon, da ich Raphael jeden Tag nach der Schule besuche. Ich setze mich dann an sein Bett, erzählte ihm von meinem Tag oder lese ihm etwas vor. Meistens Gedichte. Ich bin mir nicht sicher, ob er mich hören kann, selbst die Ärzte wissen es nicht genau. Klar, es gibt Fälle, in denen die Patienten nach und nach ihre Sinne wiedererlangt haben und schließlich aufgewacht sind, aber bei Raphael ist die Chance gering.
Schließlich liegt er schon seit 2 Monaten im Koma und er hat noch keinerlei Fortschritte gemacht.
Saturday, January 7, 2012
Kapitel 37 :)
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