Monday, December 26, 2011

Kapitel 23 :)

Ich schaue auf und sehe, wie ein Mädchen hereingerannt kommt. Sie hält sich ihre Handtasche über den Kopf, um sich vor dem Regen zu schützen. Sie ist etwa in meinem Alter, vielleicht ein Jahr älter. Sie hat langes, blondes Haar, dass ihr in sanften Wellen über den Rücken fällt. Besorgt sieht sie mich aus rehbraunen Augen an. Es ist mir peinlich, weil ich mir gerade vorkomme wie ein Penner, wie ich mit meinem verschmierten Make-up auf dem Boden hocke. Sie schüttelt ihre Tasche aus und kleine Wassertröpfchen fliegen herum. 
Sie kommt zu mir herüber und setzt sich auf den Boden neben mich, obwohl ihre beigefarbene Hose dabei schmutzig wird. Sie lächelt mich zögernd an und lehnt dann ihren Kopf gegen die Wand.
"Egal, was er gemacht hat, Schätzchen, er ist nicht eine Träne wert.", sagt sie leise. "Und übrigens, du verhunzt dir damit dein ganzes schönes Make-up.", bemerkt sie mit einem Seitenblick auf mein Gesicht.
Ich sage schüchtern: "Klingt so, als ob du das schon einmal erlebt hast." Da lacht sie. "Einmal? Ich wurde schon mindestens zehnmal verarscht. Und ich lerne es trotzdem nie." Sie seufzt. "Ein Junge hat es so leicht. Ein süßes Lächeln, ein cooler Spruch, und schon ist man ihm verfallen. Und jeder einzelne von ihnen nutzt es aus. Jungs sind einfach miese Arschlöcher."
Sie streckt mir die Hand hin. "Ich bin übrigens Ariana. Aber du kannst mich gerne Ana nennen." Ich lächle. Endlich mal eine nette, offene und freundliche Person, die nicht so hinterhältig ist! Ich hole tief Luft. "Marie."
"Nun, da wir Freundinnen sind, willst du mir vielleicht erzählen, was passiert ist?"  Sie zwinkert mir zu und ich weiß, ich kann ihr vertrauen. Ich hoffe zumindest, dass ich mich nicht schon wieder täusche. Aber ich mag ihre Art. Sie wirkt einfach unkompliziert. Und so erzähle ich ihr die ganze Geschichte. Von Anfang an. Sie hört aufmerksam zu, unterbricht mich nicht. Als ich geendet habe, nimmt sie mich nur in den Arm und meint: "Fuck."
Sie kramt in ihrem XXL-Shopper und fischt eine Packung pinkfarbener Taschentücher heraus und reicht sie mir wortlos. Dankbar nehme ich sie an mich. Ich wische mir damit übers Gesicht und ein fetter schwarzer Strich bleibt darauf haften. Als ich alles abgewischt habe, wühlt sie wieder in der knallroten Tasche und holt eine kleine schwarze Kosmetikbag hervor. Lächelnd zaubert sie Puder, Mascara, Eyeliner und co. heraus und schminkt mich einfach. Ich bin froh, dass sie versucht, mich wenigstens wieder halbwegs ansehnlich zu machen. Da klingelt ihr Handy.


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Melli ihr's weil sie die beste Sis ist ;*

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